Was sind Curuba, Lulo und Borojó?

Sind es Reiseziele in der Ferne? Nein, es sind Früchte aus Kolumbien, die ich euch vorstellen möchte. Kolumbien ist ein Land mit tropischem Klima und vielfältiger Flora. Hier wachsen Pflanzen und Sträucher, die wir aus unserer Vegetation gar nicht kennen. Umso interessanter, mehr über ein paar sehr leckere Früchte zu erfahren.

Latin American fruit called banana passionfruit (lat. Passiflora tripartita) (in Spanish mostly tumbo (Peru), curuba (Central America), taxo) which is used to prepare juice. Picture taken in Peru.

Curuba

Curuba ist eine Beerenfrucht und sieht eigentlich aus wie eine kleine Gurke. Wenn sie reift, wird sie gelb. Das Fruchtfleisch enthält dunkle Kerne, die man nicht mitisst. Man gewinnt nur Saft aus der Frucht, der vor allem in Kolumbien gerne getrunken wird. Die Pflanze gehört zur Gruppe der Passionsblume und ist durch ihre eiförmigen, dreilappigen Blätter zu erkennen. Die Pflanze wird in Kolumbien kultiviert und trägt etwa acht bis zehn Jahre Früchte.

Exotic tropical fruit called lulo (Solanum quitoense)

Lulo

Lulo, in anderen Lateinamerikanischen Ländern auch „naranjilla“ genannt, ist ein subtropisches Nachtschattengewächs, das mehrere Jahre in Folge Früchte trägt. Die Pflanze zeichnet sich durch ihre ovalen, bis zu 45 cm großen Blätter mit runden orangefarbenen Früchten aus. Der Stamm und die Blätter sind von lavendelfarbenen Härchen umhüllt. Der Geschmack wird oft als eine Mischung aus Limette und Rhabarber bezeichnet. Bis heute lässt sich die Lulo nicht in Massen anbauen.

Borojó ist eine Frucht vom Baum aus dem tropischen Regenwald. Sie gehört zur Gruppe der Rötegewächse. Sie wächst im Nordwesten Kolumbiens im Chocó Department, wo auch die Emberá-Einwohner leben und der Frucht den Namen gaben. Er bedeutet „Kopffrucht“ und verweist auf die spezielle Form. Es handelt sich um eine 12 cm lange Frucht, rund und braun. Sie ist etwa 740 bis 1.000 Gramm schwer und beinhaltet 90 bis 640 Samen. Sie wächst besonders gut in tropischem Klima, da sie mehr als 85 Prozent Feuchtigkeit benötigt. Die Frucht wird für Marmelade, Wein und Nachtisch verwendet. Zudem wird sie von Einheimischen gegen bronchiale Leiden, arterielle Hypertonie und Unterernährung eingesetzt.

Tropical fruit - Soursop (Annona muricata)

Guanábana

Guanábana, auf Deutsch Stachelannone, ist eine ovale, bis zu 40 cm und bis zu vier Kilo schwere Frucht. Sie ist dunkelgrün, dünn, glänzend, aber mit stacheliger Schale. Die Samen im Inneren sind giftig. Die Pflanze ist ein immergrüner Baum von acht bis zwölf Metern Höhe. Die Blätter ähneln Lorbeerblättern, sodass die Pflanze leicht zu erkennen ist. Die Frucht gilt in der Botanik als eine Beere, auch wenn man sie vom Äußeren her nicht so bezeichnen würde. Die Pflanze wächst besonders in Tieflandwäldern. Wenn die Frucht reif wird, ist sie sehr weich und bekommt schnell Druckstellen, sodass sie nicht für den Export genutzt wird. Das weiße Fruchtfleisch ist aromatisch und saftig und somit gut für die Saftproduktion. Es schmeckt leicht süßsauer.

Tamarillo fruits with leaves on white background.

Baumtomate

Baumtomate, auch Tamarillo genannt,  ist ein Nachtschattengewächs. Es handelt sich um einen zwei bis sieben Meter hohen grünen Baum, der orange-rote Früchte trägt. Es sind zweikammerige, eiförmige Beeren. Nach acht bis zehn Monaten wachsen bereits die ersten Früchte. Die Pflanze weist noch keine großen Unterschiede zwischen kultivierten und wilden Exemplaren auf, sodass man von einem gezielten Anbau erst im 16. Jahrhundert ausgeht.
Die Pflanzen brauchen Temperaturen von 18 bis 22 Grad und viel Niederschlag; somit fühlen sie sich am wohlsten in den Anden auf einer Höhe von etwa 2.000 Metern. Die Ursprünge vermutet man im Süden Boliviens, jedoch sind sie heute am meisten im Nordwesten Südamerikas anzutreffen. In Neuseeland dagegen kultiviert man sie für kommerzielle Zwecke.

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