Usbekistan: Fun Facts

Imke hat uns nicht nur ihr Reisetagebuch, sondern auch diese oft kuriosen Fun Facts zukommen lassen. Wüsstest du zum Beispiel, was ein Warndreieck als Aufkleber auf einem Auto bedeutet? Das und vieles mehr erfährst du in den folgenden 21 Fun Facts.

1) Bei Ankunft in Taschkent tauschten wir 70 € in Sum um und wurden verwundert gefragt, ob wir sicher sind, dass wir so viel Geld in 10 Tagen ausgeben werden. Wir merken: Hier lebt es sich – für unser Empfinden – günstig, besonders nach der Änderung des Wechselkurses im September 2017. Für eine Suppe im Restaurant zahlt man bspw. 80 ct, für ein Hauptgericht meist um die 2 €.

2) Kürzlich wurden von der Regierung Hochzeitsfeiern auf rund 200 Gäste begrenzt. Der Grund: So werden ärmere Menschen davor geschützt, sich zu verschulden. Denn Hochzeiten sind mit viel Tradition verbunden, die Usbeken geben Unmengen an Geld aus, um ein großes Fest auszurichten und bezahlen dieses dann bis an ihr Lebensende ab.

3) Für uns Deutsche schwer nachvollziehbar: Pünktlichkeit ist in Usbekistan verpönt und Verabredungen werden nie konkret getroffen. Man würde eher sagen: „Morgen Mittag komme ich vorbei.“

4) Die usbekischen Männer sind sich sicher: „Mit Goldschmuck kann man bei Frauen alles wieder gut machen.“ – Und es gilt: Je teurer der Schmuck, desto schlimmer der Fehler des Mannes.

5) Im Schnitt hat eine usbekische Familie 3 Kinder. Diese gehen 6 Tage pro Woche in die Schule und haben im Sommer aufgrund der Hitze 100 Tage Sommerferien. In der Schule werden meist 15 Jungs und 15 Mädchen je Klasse gemischt. Bis auf die Uniform kostet die Schule nichts, der Kindergarten allerdings schon (rund 40 € im Monat). 9 Jahre bleiben alle zusammen in der Schule, dann entscheidet man sich entweder für die Berufsschule oder das akademische Litseum. Die Aufnahmeprüfungen für die usbekischen Unis finden alle nur einmal im Jahr am selben Tag statt, d.h. man kann sich nicht gleichzeitig für mehrere Unis bewerben.

6) Es gibt nur sehr wenige Mietwohnungen in Usbekistan, da die Verträge nur mündlich geschlossen werden – und darauf vertraut man wohl besser nicht.

7) Es gibt keine Pflege- bzw. Altenheime in Usbekistan, denn die Alten sind heilig und werden von der Familie gepflegt.

8) Wie begrüßt man sich eigentlich in Usbekistan? Ganz einfach: Legt eure rechte Hand aufs Herz als Zeichen von Respekt und Achtung. In der Hauptstadt neigt man allerdings die Köpfe zueinander und zwar einmal links, einmal rechts.

9) Frechheit: Es gibt Warndreiecke als Sticker für das Auto, um die anderen Straßenverkehrsteilnehmer davor zu warnen, dass eine Frau am Steuer sitzt. Dies ist zwar nicht Pflicht, aber wir haben viele Warndreiecke gesehen.

10) Die Usbeken werden euch übrigens selten anlächeln – dies gilt allgemein als Schwäche!

11) Gewöhnungsbedürftig für uns Europäer: Frauen siezen ihre Männer. Generell werden ältere Menschen gesiezt, auch ältere Geschwister.

12) Die meisten Usbeken fahren mit Radargeräten im Auto, um Blitzer aufzuspüren. Diese sind in Deutschland verboten. Es gibt übrigens im gesamten Land praktisch keine Straßenschilder, man muss auch auf längeren Strecken selbst wissen, wo man lang muss.

13) Zum Thema Politik eine Kurzfassung: Der aktuelle Präsident gehört der liberal-demokratischen Partei an, es gibt keine richtige Opposition. Insgesamt gibt es vier Parteien, wovon alle demokratisch, zwei eher links und zwei eher rechts ausgerichtet sind. Das Ziel ist momentan, in naher Zukunft von einer präsidialen zu einer parlamentarischen Regierung zu wechseln. Im Netz gibt es derzeit ein „Präsidentenportal“ für Beschwerden der Bürger.

14) Homosexuelle sind in Usbekistan leider noch wenig akzeptiert – Sex zwischen zwei Männern ist sogar strafbar, 2-3 Jahre Haft sind dafür üblich!

15) In Usbekistan gibt es viel Erdgas. Die Chinesen suchen danach, bauen die Pumpen und Pipelines und dürfen dafür 10 Jahre kostenlos pumpen, bevor sie bezahlen müssen. Übrigens gibt es fünf industrielle Zonen im Land, in denen ausländische Firmen steuerfrei produzieren können.

16) Frauen tragen in Usbekistan übrigens nicht so streng Kopftuch, oft sogar nur in der Moschee. Die Kopftücher sind außerdem nicht besonders streng gebunden, sondern nur umgelegt – die Haare schauen meist raus.

17) Männer würden niemals ein rotes Auto kaufen – wenn ihr also im usbekischen Straßenverkehr rote Autos seht, kann das nur einer Frau gehören.

18) In Wohnvierteln stehen stets die Haustüren offen – sonst isoliert man sich von der Gemeinde. Es ist auch immer irgendjemand von den meist großen Familien da.

19) Die Baumwollernte war früher Zwangsarbeit, Studenten mussten 1-3 Monate auf den Feldern arbeiten. Daher reagieren Feldarbeiter heute noch schlecht darauf, wenn man sie bei der Ernte fotografieren möchte, da die Zwangsarbeit damals durch Fotos von Journalisten an die Öffentlichkeit gelangt ist.

20) Auf den „Autobahnen“ Usbekistans wird bis zu 120 km/h gefahren – dennoch fahren Fahrräder und Eselskarren am Straßenrand bzw. überqueren die Fahrbahn. Aber es gibt eine 0 Promille Grenze für das Autofahren. Das Nichteinhalten kann sogar mit einer Freiheitsstrafe bestraft werden.

21)Usbekistan ist ein sehr junges Land: ca. 65 % der Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt.

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