Tibet und China – Länder, die das Herz berühren und zum Staunen anregen

TOUR VITAL Reisende Ingeborg war in China und Tibet unterwegs und berichtet ausführlich von ihren Erlebnissen im Land des Lächelns.

China, das Land des Lächelns und Tibet, das legendäre Shangri La, wir alle wollten es endlich kennen lernen. Für mich war es die sechste Reise mit TOUR VITAL. Um es vorher zu sagen: Auch dieses Mal war ich mit der Reiseorganisation und der Unterbringung im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Vorneweg einen herzlichen Dank an Martina Steinke, unsere Reisebekannte aus einer Südindienreise, deren kritischer Reisebericht über ihre Chinareise uns sicher den Weg ebnete. Bei uns waren die Unterkünfte durchweg gut, das Essen schmackhaft und reichhaltig. Bis auf die Zugbegleiterin waren alle Reiseleiter gut vorbereitet. Offenbar hat TOUR VITAL prompt reagiert. Unsere Reisegruppe bestand letztlich aus acht Personen, eine Größe, die sich bei den kommenden Abenteuern als ideal herausstellte. Mein Reisedatum hatte ich gezielt an die Begleitärztin gebunden, von der ich wusste, dass sie unerschrocken und zupackend ist, denn die Aussicht auf den Aufenthalt in 5.000m Höhe flößte mir doch großen Respekt ein.

Wir starteten in Frankfurt. Unsere Ärztin hatte die gute Idee uns direkt als Gruppe zu deklarieren, sodass wir zusammen einchecken und uns bereits auf dem Flug kennen lernen konnten. Mit der Ankunft in Shanghai begann ein bisher nicht bekannter Kontrollmarathon. Nach der letzten Station war dann unser 80-jähriger Senior Peter plötzlich verschwunden. Die Gruppe teilte sich kurz entschlossen auf. So verging unsere erste Stunde in Shanghai, bis er schließlich gefunden wurde. Nun konnte es losgehen. Unser Reiseleiter Matthias machte uns in Sonne und tropischem Regen mit kompetentem Detailwissen und Fakten Shanghais vertraut und versuchte uns von den Vorteilen des chinesischen Miteinanders zu überzeugen. Die Hochhausskyline am Bund faszinierte uns sehr und so beschlossen einige abends noch einmal mit dem Taxi dorthin zu fahren, um sich die Pracht im Lichtermeer anzuschauen. Leider bewahrheitete sich Matthias‘ Warnung, dass es schwer sein würde, bei Regenwetter ein Taxi zu bekommen und so kamen unsere Stadtbummler endlich tropfnass ins Hotel zurück. Da kaum Englisch gesprochen wird, hatte das Grüppchen zudem einige bange Minuten im Taxi verbracht, immer in der Hoffnung, dass der Taxifahrer sie richtig abliefern würde. Die Ärztin und ich hatten nicht weniger Abenteuer zu bestehen. Was war passiert?

Unser ältester Mitreisender war etwas „wackelig“ auf den Beinen, sodass die Ärztin den Blutzucker kontrollierte und dann sicherheitshalber noch einmal in der Apotheke kontrollieren ließ. Es bestätigte sich, dass der Blutzucker so stark entgleist war, dass eine Krankenhauseinweisung unumgänglich war. Unsere Ärztin kaufte ein Telefonpaket für Asien und absolvierte von da an 3.5 Stunden lang Telefongespräche mit den verschiedenen Versicherungen. Wieder einmal erwies sich die TOUR VITAL Hotline als Fels in der Brandung, wenn zwischen Chef-Nurse und Arzt der Auslandskrankenversicherung die Kommunikation stockte. Diese Erfahrung hatten wir bereits letztes Jahr schon in Südafrika gemacht. Nach Mitternacht, als der Patient untergebracht, die Kostenübernahme garantiert und der Patient überzeugt war, fanden sich zwei Frauen alleine auf der dunklen Shanghaier Straße wieder und versuchten ebenfalls, zunächst vergeblich, ein Taxi zurück ins Hotel zu bekommen.

Nach einer kurzen Nacht funktionierte der Weiterflug nach Chengdu zu den Pandabären dann hervorragend. Uns erwartete ein ganz neues, gepflegtes Hotel mit gutem Service, ein echtes Labsal nach der Aufregung. Anhand ihrer eigenen Biographie gab uns unsere sehr nette und bemühte Reiseleiterin Eva einen Einblick in die chinesische Familiensituation und erläuterte uns, was es mit dem „schwarzen Kind“ auf sich hat. Sie führte uns zur Kontaktbörse im Park, las uns die Kontaktanzeigen vor und zeigte uns die Ohrenputzer. Ein echtes Erlebnis war auch die gemeinsame Mahlzeit in einem riesigen chinesischen Lokal, zusammen mit vielen chinesischen Gruppen. Eine Explosion von Lautstärke und Farben. Frühmorgens dann der Weiterflug nach Lhasa. Wir waren alle etwas

angespannt angesichts des nun kommenden Höhenaufenthalts nach einer halbtägig bemessenen Akklimatisationszeit. Unsere Ärztin maß bei allen die Sauerstoffsättigung und war angesichts der durchweg guten Ergebnisse beruhigt. Doch es kam anders. Statt Landeanflug auf Lhasa startete der Pilot durch und flog die 1500km zurück nach Chengdu, weil er wetterbedingt nicht landen konnte. Was nun? Im Handumdrehen hatte sich die Gruppe organisiert. Die Ärztin buchte mit einem Mitreisenden der Gruppe einen Flug, welcher noch am gleichen Abend nach Lhasa ging. Es handelte sich nun um einen Flug mit Tibet Air statt China Air und bedurfte in dem allgemeinen Chaos noch einiger Verhandlungen. Der Rest der Gruppe kümmerte sich um das Gepäck und so kam es, dass die Gruppe um Mitternacht doch noch in Lhasa ankam, müde und mit etwas weichen Knien. Die Stimmung blieb trotz allem gut.

Am gleichen Morgen machten wir uns dann auf zu dem traumhaften Potala. Unsere tibetische Reiseleiterin Yassang erwies sich als Glücksgriff. Sie war morgens um 10:00 zum Flughafen bestellt worden, erfuhr dort, dass sie uns erst um 15:00 abholen sollte, nahm uns endlich um Mitternacht in Empfang und blieb immer freundlich und charmant. Kompetent und in sehr gutem Deutsch führte sie uns durch die Klöster, erklärte uns Sitten und Gebräuche in Tibet und war sehr redegewandt in dem, was sie sagte. Stets schaute Yassang, dass alle auf den verschiedenen Stationen mitkamen und niemand in den Menschenmassen verloren ging. Die fremde Schönheit der Klöster und die tiefe Gläubigkeit der Menschen beeindruckten uns sehr. Die fehlende Anpassungszeit und die Höhe forderten schließlich ihren Tribut: Kopfschmerzen, Schwindel und Atemnot waren die Folge. Unsere Begleitärztin kontrollierte noch einmal bei allen die

Sauerstoffsättigung und linderte die Symptome. Auf der Fahrt von Lhasa über Gyatse nach Shigatse ging es durch Regen und Schnee über 4.500 bis auf 5.020m hinauf. Ausgerechnet die Sportlichste von uns ereilte die akute Höhenkrankheit. Unsere bezaubernde Yassang half routiniert mit Sauerstoffgabe und unsere Begleitärztin mit westlicher Medizin. Wir waren alle sehr erleichtert, als die Therapie schnellen Erfolg zeigte, denn wir befanden uns auf einer Passstraße weitab von der nächsten Ortschaft. Tief beeindruckt von der Kraft der Natur befolgten wir die Anweisung der Ärztin: Viel trinken, kein Alkohol, Atmung und Bewegung kontrollieren und wenn nötig Tabletten nehmen. Die Achtsamkeit in der Gruppe stieg nochmals, jeder achtete auf den anderen. Als Sehbehinderte hatte ich immer jemandem, der mir wenn nötig half. Weiter fuhren wir in Regen und Schnee nach Shigatse. Was für eine angenehme Überraschung, als uns dort in einem blitzsauberen Hotel geheizte Zimmer erwarteten! Schlafen auf 4.400m Höhe war kein großes Problem mehr, schließlich waren einige von uns jetzt gut gedopt. Nun konnten wir uns erleichtert Yassangs Ausführungen widmen und in eine gänzlich fremde Kultur eintauchen. So wurde Tibet trotz mancher Widrigkeit zu einem traumhaften Erlebnis für uns alle und der Abschied von Yassang fiel uns schwer.

Gut gelaunt machten wir uns morgens auf zum Lhasatrain, der uns nach Xian bringen sollte. Zwei Viererabteile  waren uns in Aussicht gestellt worden und schnell waren die Plätze unter uns aufgeteilt. Bei sechs Reisenden  zwischen 60-70 Jahren gab es allerdings manche Einschränkung zu berücksichtigen. Was nun folgte, stellte uns jedoch vor gewaltige Herausforderungen und unsere Zugbegleiterin Frau Li konnte und wollte uns wohl nicht so recht helfen. Überflüssig zu sagen, dass wir unsere Ärztin anfeuerten, als sie mutig ihr Bett im Obergeschoss erklomm. Wir waren alle in körperlich guter Kondition, aber Betten im Obergeschoss des Lhasatrains sind eine echte Herausforderung. Dank der guten Hinweise in den Reisetipps waren wir mit Bechern und Besteck aus dem Flugzeug, Tee und Proviant ausgerüstet und konnten es uns noch gemütlich machen. Wir bereiteten Tee in Mikrowellenbechern, aßen den hervorragenden Fisch im Bordrestaurant mit dem Besteck aus dem Flugzeug, prosteten uns mit Xintao Bier zu und genossen eine wunderschöne Fahrt durch die kargen Weiten Tibets vorbei an Yaks, Gazellen und Raubvögeln. Angekommen in Xian erwartete uns wieder ein sehr gutes Hotel. Frau Mei führte

uns hier sicher und professionell durch die Ausstellung der Tonsoldaten – jahrtausendealte Figuren fast zum Greifen nah. Abends gab es einen zusätzlichen Ausflug in die Neuzeit: Xian bei Nacht, illuminiert mit tausenden von Lämpchen, Lampions und Lichterfiguren. Kaum zu fassen, was alles an Leuchtmitteln installiert worden war. Da wir wieder um 5:00 aufstehen mussten, verzichteten wir einstimmig auf den Besuch des Nachtmarktes und fielen todmüde in die Betten.

Die nächste und letzte Station unserer Reise führte uns nach Peking. Hier erwartete uns Herr Ou Yang: Ein smarter Reiseleiter, der uns, gespickt mit einigen kritischen Bemerkungen, die Highlights Pekings zeigte. Zusätzlich führte er uns in die Olympiastadt und in die Altstadt und überraschte uns mit seinem Wissens. Wir waren bereits auf Superlative eingestellt, aber diese riesigen Plätze und die Weite der verbotenen Stadt waren überwältigend. Dazu die ungewohnten Menschenmengen, die robuste Interaktion der Chinesen und ihre temperamentvolle Lautstärke – das alles bei 40 Grad Celsius strengte uns doch schon sehr an. Überall waren Kontrollkameras. So hatte es sich niemand von uns vorstellen können.

Für jeden von uns war dies eine Traumreise. Das lag einerseits an der hervorragenden Organisation, andererseits an einer herzerfrischend unkomplizierten Gruppe. Allgemeines Fazit:

Tibet jederzeit wieder, mit genügend Akklimatisationszeit – China vielleicht, weil doch noch so viel zu entdecken ist.

Wir bedanken uns bei Ingeborg für diesen ausführlichen Reisebericht.

 

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