Tango in Buenos Aires – die besten Shows

Wenn man an Buenos Aires denkt, denkt man automatisch an den Tango. Und dieser wird nicht nur für die Touristen getanzt. Auch heute lernen noch viele Porteños, wie die Bewohner der Hauptstadt genannt werden, den traditionellen Tanz. Es gibt eine Unzahl an Tango Shows in der Stadt und eigentlich muss man eine gesehen haben, wenn man dort ist. Auf unserer Südamerika-Rundreise ist bewusst keine Show inkludiert, da nicht jede Show jedem zusagt. In diesem Beitrag möchten wir euch jedoch eine Auswahl vorstellen, sodass ihr selbst entscheiden könnt.

Eine kurze Geschichte des Tangos in Buenos Aires

Couple dancing

Der Tango entstand im Bereich des Río de la Plata zwischen Buenos Aires und Montevideo. Mit den Einwanderern der Jahre 1880-1930 kamen besonders viele Spanier und Italiener in die Gegend. Von den Engländern wurden afrikanische Sklaven ins Land gebracht. Die Landreform scheiterte, sodass viele Landarbeiter und Gauchos vom Hinterland wieder zurück in die Hafenstädte kehrten. Es herrschte hohe Arbeitslosigkeit und Elend. Und vor allem gab es nicht viele Frauen, da die Gauchos damals ohne Frauen kamen. So begann die Prostitution und der Menschenhandel besonders mit Frauen und Mädchen aus Osteuropa zuzunehmen. Jede dieser Bevölkerungsgruppen brachte die eigene Musik mit. Aus dieser Mischung der Einflüsse in der Unterschicht entstand schlussendlich der Tango. Der Einfluss im Rhythmus kommt von Kreolen und Candombe, was man heute nicht mehr leicht erkennen kann. Da es bei karnevalsähnlichen Veranstaltungen angeblich zu brutalen Auseinandersetzungen kam, verbot die höhere Klasse den Tanz auf der Straße. Dadurch entwickelten sich Tanzhäuser und Salons. Die Habanera, die man aus der Oper „Carmen“ kennt, hatte einen sehr großen Einfluss auf den Tanz. Zudem kamen die Eigenheiten der Gauchos, die ihre Einflüsse vom Land mitbrachten. So entstand zunächst die städtische Milonga. Erst waren es noch leichte und fröhliche Lieder, die sich immer mehr zum Ernsteren hin entwickelten. Besonders Vicente Rossi führte „cortes y quebradas“ (Schnitte und Brüche) ein, die als Pausen und Posen im Tanz widergespiegelt werden. Dies ist ein bis heute sehr eindeutiges Element des Tangos.

Die Standardinstrumente, die den Tango begleiteten, waren zunächst Flöte, Violine und Gitarre – das, was die Kneipenmusiker eben hatten. Später setzten sich aber Klavier und Bandeon durch. So entwickelte sich der Tango zunächst in der Unterschicht und als Zeichen für Elend und Not.

Die Weiterentwicklung der Medien (etwa des Radios) förderten die Verbreitung und Bekanntheit der Musik, sodass sie besonders durch das Ehepaar Gobbi in Paris veröffentlicht wurde. Die Musik fand Anklang und breitete sich weiter aus. Zur gleichen Zeit galt der Tanz aber immer noch als Zeichen des Elends, sodass die Oberschicht ihn mied. Der Tango wurde vom Papst sogar als Sünde bezeichnet. Erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg gab es einen Durchbruch des Tangos in angesehenen Bars und Salons in Frankreich, wo viele Kinder der Einwanderer zum Studium zurückkehrten. Von Frankreich aus verbreitete sich der Tanz in weitere europäische Länder.

Heute gilt der Tanz als Standardtanz und gehört zu den Turniertänzen.

Was bedeutet der Tango?

Der Tango ist ein improvisierter, sehr leidenschaftlicher Paartanz. Auch wenn es improvisiert heißt, wird lediglich die Reihenfolge der einzelnen festen Figuren spontan entschieden. Der Führende bestimmt den Tanz und gibt klare Impulse, die Frau folgt. Die typischsten Elemente sind das „gehen“ (caminar), „kreuzen“ und die „Achten“, bei denen meist die Frau mit den Füßen eine Acht beschreibt. In der Musik können schnellere und langsame Passagen abgewechselt werden. Dies gilt es zu interpretieren. Der Komponist Enrique Santos Discépolo sagte einst „Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.“ Der Tanz drückt ein melancholisches, aber leidenschaftliches Lebensgefühl aus und erinnert an die schwierigen Zeiten, die Sehnsucht und Bedürfnisse der Menschen, durch die er damals Teil der neu entstandenen Kultur wurde.

Tango Shows in Buenos Aires

Die Shows werden immer mit einem Abendessen (alkoholische Getränke oft nicht inklusive) verbunden. Beginn ist meist erst um 22 Uhr, wenn die Argentinier im Alltag auch zu Abend essen. Teilweise ist es ein Live-Orchester, manchmal nur eingespielte Musik. Es gibt noch konventionelle Häuser, aber auch moderne, große Säle. Es gibt welche, die sich rein auf Tango fokussieren, andere nehmen auch Folklore-Tänze ins Programm. Oft gibt es Abschnitte, bei denen nur das Orchester spielt oder ein Solo gesungen wird. Nachfolgend führen wir euch die bekanntesten Shows auf. Vielleicht findet ihr die passende für euch?

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Wenn ihr noch authentischeren Tango sehen wollt, bei dem die Einwohner der Stadt selber tanzen, empfehlen wir, eine Milonga (neben dem Namen für einen Tanz auch der Name für ein Tango-Lokal) zu besuchen. Fragt einfach den Reiseleiter vor Ort, welche er an dem jeweiligen Abend empfehlen kann.

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