Reisebericht einer Nordindien-Rundreise

Auf unsere Indien-Rundreise, die wir bei TOUR VITAL gebucht haben, haben wir uns schon lange im Voraus gefreut. Von dieser Reise durch Nordindien haben wir uns unvergleichliche Eindrücke, Begegnungen und Sehenswürdigkeiten erhofft und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

1. und 2. Tag: Von Neu Delhi nach Jaipur

Wir kamen mitten in der Nacht in Neu Delhi an. Nach den Einreiseformalitäten fuhren wir in unser Hotel und bezogen unsere Zimmer. Am nächsten Tag fuhren wir um die Mittagszeit, nach kurzer Fahrt durch die Stadt Neu Delhi, auf die Autobahn Richtung Jaipur. Der Weg dorthin war schon ein wenig abenteuerlich. Es schien keine Verkehrsregeln zu geben. Dagegen war die Hupe offensichtlich für alle und alles Pflicht – schließlich stand auf den LKWs am Heck „Please blow the Horn“. Damit kommunizieren die Autofahrer, so erzählte es uns der Reiseleiter. Auf der Autobahn kamen uns auch ab und zu Autos oder Motorräder entgegen, zudem kreuzten Kühe die Straße. Am Abend erreichten wir erschöpft Jaipur. Der erste Ausflug stand am nächsten Tag auf dem Programm.

3. Tag der Indien-Rundreise: Jaipur

Palast der Winde

Palast der Winde

Am Morgen fuhren wir zunächst für einen Fotostopp zum Palast der Winde. Nach kurzer Pause ging es zurück zum Bus und wir fuhren zum Fort Amber, das etwa 11 km von Jaipur entfernt liegt. Dies war der Königspalast der Kachchwaha-Dynastie, bevor Jaipur zur Residenzstadt wurde. Als besonders sehenswert gilt der Spiegelsaal. Sein Inneres ist mit einer Vielzahl von kleinen Spiegeln dekoriert. Die Außenfassade des Palastes ist aus weißem Marmor und rotem Sandstein gestaltet. Wir lauschten immer wieder den Ausführungen unseres Reiseleiters, der uns auf unserer Indien-Rundreise begleitete. Nach den einzelnen Erläuterungen gab er uns immer etwas Zeit, damit wir uns umsehen konnten. Zurück fuhren wir mit Jeeps zum Bus, der auf dem nahegelegenen Parkplatz auf uns wartete. Unterwegs sahen wir einige Elefanten, die vom Fort kamen. Zurück in der Stadt statteten wir dem im Jahre 1890 gebauten prächtigen Stadtpalast, dem heutigen „Sawai Man Singh Museum“, einen Besuch ab. Von hohen Mauern umschlossen liegt der Palast zwischen schönen Gärten und Höfen mitten im Stadtzentrum. Noch heute bewohnen Nachfahren der Rajas einen Teil des Palastes. Danach ging es weiter zum Jantar Mantar. Dies ist der Name von fünf historischen astronomischen Sternwarten, die Maharaja Jai Singh II. zwischen 1724 und 1734 in Delhi, Ujjain, Mathura, Varanasi und Jaipur errichten ließ. Mit einfachen, aber genialen Mitteln wurde vor mehreren hundert Jahren gearbeitet und auch heute noch ist alles nachvollziehbar. Es folgte danach der Besuch einer Edelsteinschleiferei und einer Teppichknüpferei, was ebenfalls einen besonderen Moment auf unserer Nordindien-Rundreise darstellte.

4.Tag: Mathura

Von Jaipur führte uns der Weg auf unserer Indien-Rundreise nach Mathura. Die Fahrt ging über gut ausgebaute Straßen zunächst nach Fatehpur Sikri, wo wir die ehemalige Hauptstadt des Kaisers Akbar besichtigten. Danach gingen wir weiter zur benachbarten Moschee. Das Hotel erreichten wir am frühen Abend. Die Tagesdistanz betrug ca. 260 km.

5.Tag: Prem Mandir Tempel

Am fünften Tag der Rundreise durch Nordindien besuchten wir den Prem Mandir Tempel, die angebliche Geburtsstätte von Lord Krischna. Eine imposante Figur befindet sich in der Nähe des Eingangs, es ist eine siebenköpfige Schlange. Anschließend fuhren wir nach Agra weiter. Die Tagesdistanz betrug ca. 80 km.

6.Tag: Taj Mahal – ein Muss bei einer Indien-Rundreise

Der Höhepunkt des sechsten Tages war der Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Taj Mahal. Zu früher Stunde begann die Besichtigung, bevor die großen Touristenmassen dort ankamen. Wenig später sahen wir zunächst durch einen Torbogen das wohl schönste Gebäude weltweit. Das Taj Mahal ist ein 58 m hohes und 56 m breites Mausoleum, das auf einer etwa 100 m × 100 m großen Marmorplattform errichtet wurde. Davor wurde ein 18 Hektar großer Garten angelegt, in dessen Zentrum sich ein längliches Wasserbecken befindet.

Taj Mahal Indien

Taj Mahal Indien

Der Großmogul Shah Jahan ließ ihn zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene Hauptfrau Mumtaz Mahal erbauen. Nach den Ausführungen unseres Reiseleiters hatten wir 2,5 Stunden Zeit, um die Anlage auf eigene Faust zu besichtigen. Fotografieren ist erlaubt, Videos dürfen aber nur von der Plattform am Eingangsbogen gemacht werden. Danach ging es weiter zum Agra Fort, das sich in Sichtweite des Taj Mahal befindet. Auch hier besichtigten wir die weiträumige Anlage. Vom Fort konnten wir noch einmal einen Blick auf das Taj Mahal werfen. Auf dem Rückweg machten wir Halt bei einer Edelsteinschleiferei, in der auch Marmor verarbeitet wurde.

Wir hatten den ersten Höhepunkt auf unserer Indien-Rundreise erlebt – das Taj Mahal. Den Tag ließen wir mit einem Theaterbesuch ausklingen, bei dem die Liebesgeschichte zwischen dem Großmogul Shah Jahan und seiner Hauptfrau Mumtaz Mahal erzählt wurde.

7.Tag: Gwalior und Orchha

Früh morgens begann der siebte Tag unserer Indien-Rundreise mit einer Zugfahrt von Agra nach Gwalior. Hier herrschte schon reges Treiben, sowohl auf den Bahnsteigen als auch im Gleisbereich. Reisende sprangen aus den Wagen auf die Gleise und andere überquerten diese, um zum Bahnsteig zu gelangen. In Gwalinor wartete der Bus bereits auf uns und wir fuhren wenig später hinauf zur Festung, die etwa 70 bis 80 m über der Stadt liegt. Zurück in der Stadt ging es zum Jai Vilas Palast, wo wir dem Museum einen Besuch abstatteten. Der Jai Vilas Mahal, auch als Jai Vilas Palace bekannt, ist ein Palast aus dem 19. Jahrhundert. Im Jahre 1874 wurde der Palast für den Maharadscha von Gwalior, Jayajirao Scindia, erbaut. Heute ist er immer noch die Residenz der Nachfahren der ehemaligen königlichen Maratha Scindia Dynastie. Der Palast hat 400 Zimmer, von denen 40 Zimmer zum Jiwaji Rao Scindia Museum umgewandelt wurden. Zwei belgische Kronleuchter in der Durbar Hall mit einem Stückgewicht von ca. sieben Tonnen sind vermutlich die größten der Welt. Nach einer Mittagspause fuhren wir zum Tagesziel Orchha.

8.Tag: Chattaris in Orchha

Am Morgen gingen wir zu den Verbrennungsstätten, den Chattaris. Weiter ging es an den Fluss. Hier sahen wir den Einheimischen bei der täglichen Morgenwäsche zu, nebenan wurde Wäsche im Fluss gewaschen. Ein Herr, sehr gut gekleidet, erschien und schüttete, so meinten wir, Müll aus. Der Reiseleiter klärte uns aber auf, dass es sich hierbei um die Blumengestecke und die Asche der Verstorbenen handelte. Im Anschluss fuhren wir in die Stadt und gingen über den Markt und durch enge Gassen zum Stadtpalast. Danach führte uns unsere Nordindien-Rundreise in die Stadt Khajuraho. Im Eingangsbereich wurden gerade Blüten kunstvoll gelegt, da am nächsten Tag Diwali gefeiert wurde. Diwali, das Lichterfest, ist ein bedeutendes mehrtägiges hinduistisches Fest in Indien, Sri Lanka und Nepal sowie anderen, vom Hinduismus geprägten Ländern. Das Fest kann auf Grund seiner spirituellen sowie sozialen Bedeutung und seines fröhlichen Charakters mit Weihnachten verglichen werden. In Nordindien ist Diwali gleichzeitig der Neujahrstag.

9.Tag: Khajuraho

Am neunten Tag warteten auf einem Parkplatz bereits drei Ochsenkarren auf unsere Gruppe und schon wenig später „schaukelten“ wir darauf in die Stadt, zu den West-Tempeln. Der Ort ist bekannt durch seine gut erhaltenen Tempelanlagen, die vor etwa 1100 Jahren gebaut wurden und heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Erotische Motive verzieren die Außenfassaden der etwa 15 bis 20 verschiedenen Tempel. Wir besichtigten die in einen Garten eingebettete Anlage und waren fasziniert von den Figuren. Nach der Besichtigung gingen wir noch in ein Restaurant. Von der Terrasse hatten wir einen herrlichen Blick auf die Menschen, die auf den abgesperrten Straßen das Diwali-Fest feierten.

10. und 11.Tag: ein Tag zur freien Verfügung

Mit Jeeps fuhren wir durch eine wunderschöne Landschaft zum einzigen Canyon Indiens. Wir trafen ein paar Ranger, die uns einiges über den Canyon erzählten. In der Monsunzeit könne die Plattform, auf der wir gerade standen, im Wasser versinken. Das heißt, dass das Wasser im engen Canyon etwa 60 bis 70 Meter ansteigen kann. Unter blauem Himmel genossen wir die Stille und die Weite. Auf der Rückfahrt kehrten wir bei einer indischen Familie ein. Wie überall in Indien wurden wir auch hier mit großer Herzlichkeit empfangen. Wir durften uns überall umsehen. Zum Schluss bereiteten uns unsere Gastgeber noch einige kleine Speisen zu – alles war sehr schmackhaft. Am Abend sahen wir uns im Kulturhaus eine Tanzshow mit indischen Volkstänzen an. Den nächsten Tag hatten wir zur freien Verfügung und konnten ihn ganz entspannt angehen.

12.Tag: Traumhafte Landschaften bei unserer Indien-Rundreise

Mit dem Bus ging es weiter. Auf dem ersten Teil der Fahrt zum Bandhavgarh Nationalpark fuhren wir über eine im Bau befindliche Straße. Wieder fuhren wir durch wunderschöne Landschaften, von Grasland bis hin zu Wäldern sehr divers. Die Straße war inzwischen mit unseren Straßen vergleichbar. Am späten Nachmittag erreichten wir unsere Resortanlage.

13.Tag: Bandhavgarh Nationalpark

Tiger im Nationalpark

Tiger im Nationalpark

Noch vor Sonnenaufgang fuhren wir mit Jeeps in den Bandhavgarh Nationalpark. Wir hatten die Möglichkeit Tiger, Hirsche und Vögel zu sehen. Leider hatten wir kein Glück, der Tiger war an diesem Morgen nicht zu sehen, dafür aber viele bunte Vögel und Antilopen. Nach der Rückkehr erzählten andere Teilnehmer, dass sie Tiger gesehen hätten. Nach etwa vier Stunden waren wir wieder im Hotel.

14.Tag: Varanasi

Am frühen Morgen ging es mit dem Bus los nach Varanasi. Die ersten etwa 40 km fuhren wir durch eine Landschaft, die zum Teil mit dem Alpenvorland vergleichbar war. Vor der Fahrt über die Pässe kontrollierte der Busfahrer noch einmal den Bus, da die Straßen auf den Passhöhen sehr schlecht sind. Wir sahen am Straßenrand so manches Wrack stehen. Doch wir kamen gut in Varanasi an, womit unsere Indien-Rundreise auch langsam dem Ende zuging.

15.Tag: Ganges

Am vorletzten Tag unserer Rundreise durch Nordindien machten wir uns schon am frühen Morgen auf zum Ganges. Tausende Gläubige standen am Ufer oder im Wasser des heiligen Flusses und warteten auf den Sonnenaufgang.

An Bord eines Bootes kauften wir zuerst eine Schale mit einer Kerze. Diese ließen wir in das Wasser gleiten. Etwa dreißig Minuten vor Sonnenaufgang fuhren wir auf dem Fluss. Jetzt hatten wir auch einen Überblick. An einigen Stellen loderten noch die Feuer, hier waren in der Nacht die Toten verbrannt worden. Laute Musik schallte vom Ufer über den Fluss. Bei Sonnenaufgang kam Bewegung in die Menge der Gläubigen. Opfergaben wurden dem Ganges übergeben, danach reinigten sich die Menschen und verließen das Wasser. Es war für uns alle ein unvergessliches Erlebnis. Später fuhren wir noch nach Sarnath, der Geburtsstätte des Buddhismus. Hier besuchten wir ein Museum und die alte Tempelanlage. Außer der Stupa sind heute nur noch Ruinen übrig. Am Abend kehrten wir nochmals zum Ganges zurück. Am Ufer fand ein Ritual statt: Mit monotonen Gesängen, Feuerstäben und dem Schwenken von Räuchergefäßen begehen sieben junge Menschen allabendlich ihre heiligen Rituale. Ein farbenfrohes, aber auch lautes Spektakel.

16.Tag: Ausklang der Nordindien-Rundreise und Abreise

Von Varanasi flogen wir zurück nach Neu Delhi. Dort angekommen fand noch eine kleine Stadtrundfahrt statt. Der Schlusspunkt vor dem Rückflug war dann eine Fahrrad-Rikscha-Tour durch den alten Teil der Stadt. In der Nacht ging unser Flug zurück nach Frankfurt am Main, wo wir am nächsten Tag ankamen.

Christian B.

 

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