Die Verbotene Stadt in Peking – China für Insider

Jeder hat schon einmal von der „Verbotenen Stadt“ in China gehört. Doch was steckt eigentlich dahinter? Kurzgefasst: Die „Verbotene Stadt“ befindet sich im Zentrum von Peking und besteht aus dem Kaiserpalast, der als Wohnsitz für den Kaiser der Ming & Qing Dynastie bis zur Revolution im Jahre 1911 diente. Die Bevölkerung durfte diesen Palast damals nicht betreten. Wie gut, dass sich das mittlerweile geändert hat.

Verbotene Stadt bei Nacht

Verbotene Stadt China Peking

Entstehung der Verbotenen Stadt

Unter den Ming wurde die Verbotene Stadt erbaut und war von 1386 bis 1644 unter ihrer Herrschaft – sie diente als Regierungssitz. Die Verbotene Stadt wurde innerhalb von nur 14 Jahren errichtet, was nur möglich war, da Millionen Sklaven und Kunsthandwerker daran bauten. Über die Jahre wurden Teile der Stadt zerstört und andere durch die verschiedenen Dynastien angepasst, doch der Grundriss blieb immer gleich. Es handelt sich um ein Territorium von über 720.000 Quadratmetern, was ungefähr 66 Fußballfeldern entspricht. Die gesamte Kaiserfamilie Chinas mit Haupt- und Nebenfrauen, Konkubinen, Kindern und Eunuchen lebte in der Stadt, so dass in den bevölkerungsreichsten Zeiten hier ca. 3.000 Menschen ein Zuhause fanden.

Great Hall Palace, Forbidden City, Peking

Verbotene Stadt in Peking

Wolkendrachen und Pagodendächer

Der Komplex in Peking ist ein Meisterwerk chinesischer Architektur und ausgerichtet nach Yin und Yang. Viele Dächer in der Verbotenen Stadt waren vergoldet und mit gelben Ziegeln bestückt, da gelb für den chinesischen Kaiser steht. Außerdem sind einige Dächer mit Wolkendrachen als Symbol des Kaisers von China bemalt. Es durfte kein Gebäude höher gebaut werden als der Palast, um das Machtsymbol nicht in Frage zu stellen. Die rechteckige Stadt ist von einer zehn Meter hohen Mauer umgeben, die ca. 3.430 Meter lang ist, und ist zusätzlich von einem ca. 52 Meter breiten Graben umschlossen. Im Inneren befinden sich 890 Paläste mit 8.886 Räumen. Einer Legende zufolge sind es 9.999 ½ Räume, da 10.000 Räume dem Himmel vorbehalten waren. Der halbe Raum ist demnach ein Symbol für die Nähe zum Himmel. Besonders prägende, architektonische Elemente der Verbotenen Stadt sind die weißen Marmorterrassen und die geschwungenen Pagodendächer.

Verbotene Stadt in China, Peking

Himmelstore und verbotene Bereiche

In jede Himmelsrichtung zeigt ein Tor, durch das man die Stadt betreten und verlassen konnte. Das heiligste war das Mittagstor im Süden, wodurch keiner außer dem Kaiser von China schreiten durfte. Den gesamten südlichen Teil der Verbotenen Stadt in Peking, der Zeremonien und der Regierung gewidmet war, durften Frauen nicht betreten. Im Norden wiederum befanden sich die Wohnhäuser, in denen auch der Kaiser lebte. Vom Eingang des Mittagstors, über den heute alle Touristen die Stadt betreten, führen fünf weiße Brücken über den Goldwasserbach zum „Tor der Harmonie“. Dort gelangt man in den Kern des Komplexes mit einem Hof und der „Halle der höchsten Harmonie“. Diese Halle wurde nur für die Krönung oder Hochzeit vorgesehen. Übrigens: Wenn Chinesen von Harmonie sprechen, handelt es sich um die Harmonie zwischen Mensch und Kosmos.

Die Verbotene Stadt heute: Weltkulturerbe und Geheimtipp

Seit 1924 ist die Verbotene Stadt in Peking zugänglich, behielt aber ihren Namen. Seitdem besuchen auch viele Chinesen diesen historischen Ort. Touristen machen hier nur einen kleinen Anteil aus, so dass man auch als „Langnase“ schnell selbst zu einer Sehenswürdigkeit wird. 1987 ernannte die UNESCO den Palast zum Weltkulturerbe. Für die Olympischen Spiele 2008 wurde die Verbotene Stadt restauriert, da ein großer Ansturm von Touristen erwartet wurde. Peking KaiserpalastDavon profitieren Urlauber noch heute. Chinesen sprechen in Peking immer nur vom Kaiserpalast, wenn Sie die Verbotene Stadt meinen, weil der Palast der wichtigste Teil war. Wer sich fragt, ob der Film „Der letzte Kaiser“ etwas mit der Verbotenen Stadt zu tun hat, liegt ganz richtig. Dieser wurde 1987 dort gedreht.

China – das Land des Yin & Yang erleben

Solltet ihr mit dem Gedanken spielen, eine Rundreise durch China mit TOUR VITAL zu unternehmen, seht ihr in Peking neben der Verbotenen Stadt auch den Himmelstempel und

Pekings Kaiserpalast im Schnee

den Platz des himmlischen Friedens. Außerdem besichtigt ihr von hier aus die berühmte Große Mauer. Außer in Peking verbringt ihr drei Tage in Shanghai, unternehmt eine Flusskreuzfahrt auf dem Yangtze und verbringt weitere Tage in Chongqing und Xi’An, wo es die Terrakotta-Armee zu bestaunen gibt.

Geheimtipp Vietnam: Die Verbotene Stadt in Hue

Kaiserpalast in Peking, China

Auch in Vietnam gibt eine Verbotene Stadt, die der in Peking nachempfunden ist. Die Zitadelle wurde von der Nguyen-Dynastie Anfang des 19. Jahrhunderts in Hue kleiner nachgebaut. Eine Vietnam-Rundreise lohnt sich aber natürlich nicht nur wegen eines Vergleichs mit der „echten“ Verbotenen Stadt …

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