Namibia – Ein Reisegedicht

Dr. Peter Emons ist einer der Ärzte, die unsere Reisen begleiten. Zu seiner letzten Reise nach Namibia hat er ein Reisegedicht verfasst. Dieses wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Lesen!

Namibia 2017


Zum Ende letzten Jahres stand die Frage an:
was stelle ich in 2017 mit meinem Urlaub an?
Mir kam in den Sinn: ich melde mich mal
bei dem Reiseveranstalter mit dem Namen TOUR VITAL.
Mit denen war ich schon mehrere Male fort,
in verschiedenen Ländern, an manch schönem Ort.

Ich nahm den Katalog, das Angebot ist ja nicht klein,
und entschied, dieses Mal sollte es Afrika sein.
Wüste, Sonne und Tiere kamen mir in den Sinn,
also beschloß ich: nach Namibia, da möchte ich hin.

Ich fragte mich: was weiß ich über dies Reiseziel?
Und mußte mir gestehen: eigentlich nicht viel.
Irgendwo in Afrika, recht weit südlich liegt das Land,
das mir bisher so weitestgehen unbekannt.
Mit ’ner deutschen Kolonie war da mal was gewesen,
aber das habe ich so richtig erst später im Reiseführer gelesen.

Von der Zeit lag der Termin im Mai sehr angenehm.
Diese Zeit fand auch mein Personal in der Praxis sehr schön.
Ich bewarb mich für diese Reise, wusste nicht, ob es klappt.
Es haben noch andere Ärzte diese Reise als Wunschziel gehabt.
Die Antwort von TOUR VITAL kam und sie war schön.
Sie besagte, ich könnte im Mai Namibia seh’n.

Also fuhr ich am 8. Mai nach Frankfurt am Main,
und stieg mit den anderen ins Flugzeug nach Namibia ein.

Windhoek war das Ziel, wir waren Dienstag in aller Frühe da,
ich kann nicht behaupten, dass ich komplett ausgeschlafen war.
Dort trafen wir auf Udo, das war unser Guide,
er sollte gleichzeitig Fahrer und Reiseleiter sein für die ganze Zeit.

Wir kamen zum Bus, der hatte schon gewartet,
und so sind wir gleich zu einer Stadtrundfahrt gestartet.
Überraschend für mich war ein extra Fahrer am Bus,
sodass Udo doch nicht alles allein machen muss.

Auf der Fahrt merkten wir alle relativ schnell:
der Bus war nicht unbedingt das neueste Modell.
Gespräche erfolgten und der Erfolg war zu seh’n:
unser neuer Bus am Folgetag, der war recht schön.

Es ging von der Hauptstrasse weg in die Wüste hinein,
wie sagt man so schön: über Stock und Stein.
Die Teerstraße endete, die Schotterpiste begann,
damit fing unser kostenloses Rückentraining an.

Doch kamen wir besser voran, als ich vorher glaubte,
auch wenn es hinter uns gelegentlich sehr staubte.
Das Land war nicht staubtrocken, aber auch nicht ganz grün.
Es fehlte etwas Wasser, das war deutlich zu seh’n.

Zweieinhalb mal wie Deutschland, so groß ist das Land.
Zum Leidwesen der Bewohner ist das meiste nur Sand.

Entlang der Strassen stehen Zäune, und das ist interessant,
die sind unterschiedlich hoch hier in diesem Land.
Die kleinen zeigen den Kühen: hier ist für euch Schluss,
sodass jeder von Euch wieder zurückgehen muss.
Der hohe Zaun sagt dem Löwen: hier ist für dich Schluss,
das Fleisch jenseits des Zaunes ist für dich verbotener Genuss.

Wir sahen auch Schienen, doch bis heute wissen wir nicht,
ob in den letzten Jahren schon mal ein Zug darauf gefahren ist.

Die Flüsse in der Wüste haben wir sofort erkannt,
denn da stand immer ein Schild, auf dem der Name stand.
Die Wassertiefe war sehr übersichtlich, eher klein,
da konnte man auch gefahrlos als Nichtschwimmer rein.

Die Autos fahren alle falsch, und mir war schnell klar,
dass Linksfahren wohl eine Folge der Erdrotation war.
Eventuell aber auch, ich kann’s nicht beschwören,
liegt das am Physik-Gesetz der kommunizierenden Röhren?
Doch genug der Physik, unser Bus fuhr links auf allen Wegen,
und alle Fahrzeuge wichen uns aus, kamen sie uns entgegen.

Der Fish-River-Canyon lag landschaftlich schön,
doch war weder ein River noch ein Fisch zu seh’n.

Am nächsten Morgen wurden wir schon um halb fünf geweckt,
gefühlt um Mitternacht bin ich aus dem Schlaf aufgeschreckt.
Wir sollten die Dünen unbedingt am frühen Morgen seh’n.
Ich war mir sicher, die würden später auch noch da steh’n.


Die Dünen ganz rauf hab ich nur die Jüngsten geschickt.
Die meisten von uns haben denen nur von unten nachgeblickt.
Das Farbenspiel der Sonne auf den Dünen war aber schön,
so konnte ich rückblickend das frühe Wecken doch noch verstehn.

Dann dachte ich: jetzt geht’s zur Arbeit auf’s Feld,
denn da hatte man einen Traktor für uns aufgestellt.
Doch der sollte uns nur weiter hinein in die Wüste fahren,
um uns den Weg durch den tiefen Sand zum Salzsee zu ersparen.

Wir kamen zu Moose, dem berühmtesten Bäcker im ganzen Land,
der ist für seinen Apfelkuchen hier wohlbekannt.
Mooses gesamter Kuchen befand sich nachher in unserem Bus,
sodass man nach uns wieder den Backofen anheizen muss.

Swakopmund wurde erreicht, das liegt direkt am Meer.
Nach den Tagen in der Wüste reizte das Wasser uns sehr.
Die Aussicht auf den Atlantik war laut Udo sehr schön,
leider war wegen Nebel vom Meer nichts zu seh’n.

Jan trieb es dennoch ins Wasser, doch merkte er bald:
die Meeresströmung aus der Antarktis macht das Wasser sehr kalt.

Dann kam der Stress, knapp 600 km ging es durchs Land,
bis unser Bus erst am Abend am nächsten Ziel stand.

Als Weltkulturerbe gelten Tierbilder auf Stein,
das Lexikon der Tamara könnte das gewesen sein.
So lernte vielleicht jeder Besucher oder jedes Kind,
welche Tiere als mögliche Jagdbeute hier vorhanden sind.

Im Petrified Forest oder versteinerten Wald
waren die Bäume mehr als 200 Millionen Jahre alt.
Sie sahen aus wie gerade am Vortag gefällt,
und zur weiteren Nutzung als Brennholz bereit gestellt.
Durch Minerale eingelagert waren sie hart wie Stein,
eine Nutzung als Grillholz dürfte eher unmöglich sein.

Zu Beginn der Reise hatte ich noch gedacht,
mein Kopf hätte meine Haare als idealen Sonnenschutz gemacht.
Mein Sonnenbrand zeigte mir, dass dies ein Wunschdenken ist,
dass meine Haarwuchsdichte eher unterdurchschnittlich ist.

Zum Abendessen stand meist ein Buffet für uns bereit,
dazu erscheint der Standard-Deutsche meist weit vor der Zeit.
Die Etosha-Pfanne war für mich ein Problem,
ist das ein Buffet oder als Mehr-Gänge-Menu anzuseh’n?

Gnus sind kräftige Tiere, die Zebras sind eher schön,
darum haben wir den Löwen beim Zebra-Mahl zugeseh’n.
Wir sahen noch andere Löwenmännchen und es fiel uns auf:
die hatten nicht viel Fett auf ihren Rippen drauf.

Das kann nur daran liegen, das hab ich mir gedacht,
diese Männchen waren jung und hatten noch keine Macht,
und damit auch keinen Harem, der das tun kann,
was die Löwin so macht: sich kümmern um ihren Mann.
So mussten die Löwenmänner selbst nach dem Essen seh’n,
doch das klappte nicht perfekt, das konnte man seh’n.

Die Größe einer Giraffe ist zum Feind-Erkennen angenehm,
das Bücken zum Trinken dagegen sehr unbequem.
Den nötigen Spagat würde von uns kaum einer schaffen,
drum bin ich froh, dass wir Menschen sind, und keine Giraffen.

Kudus, Impalas und Zebras haben wir zu Hunderten fotografiert,
zum Ende der Safaritour haben die keinen mehr interessiert.
Der alte Elefant mit Knie-Arthrose tat uns etwas leid.
Für ’ne Knie-OP hatten wir weder Instrumente noch genug Zeit.
Strauße, ’ne Hyäne und ein Rhino haben wir auch noch geseh’n,
letzteres sah majestätisch aus beim Zum-Wasserloch-Geh’n.

Langsam geht die Reise zu Ende, nur noch eine Nacht,
dann werden wir, ohne Udo, nach Mitteleuropa gebracht.

Drum zum Schluss an die Gruppe noch herzlichen Dank.
Es gab ganz selten Streit, niemand war ernsthaft krank.
Pünktlich war ein jeder, auch in dunkler Nacht,
wenn das Türklopfen uns um den Tiefschlaf gebracht.
Man saß oft zusammen, war das Programm auch vorbei,
zum Gelingen der Reise trug jeder irgendwie bei.
Ich bin sicher, wir alle können am Ende gesteh’n:
Unsere Reise nach Namibia, die war wirklich schön.

 

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