Im Reich der Maya: Kultur, Kalender, Religion

Teotihuacan, die Kultur der Maya

TOUR-VITALerin Jasmin ist Mexiko-Expertin und lädt uns ein, die Welt der Maya zu entdecken: Wie lebten sie? Woran glaubten sie? Und was hat es mit dem Maya-Kalender und seinen Prophezeiungen auf sich?

Die Maya-Kultur existierte ca. von 3000 v. Chr. bis ins 15. Jahrhundert und entwickelte sich zu einer mächtigen Hochkultur in Mittelamerika. Die Gruppierung Maya bestand aus verschiedenen Völkern und Stämmen, die geographisch unterteilt sind. Es wird zwischen den Hochland- und Tiefland-Maya unterschieden.

Noch heute gibt es Maya-Stämme, die vorrangig im mexikanischen Teil der Yucatán-Halbinsel, Belize und Guatemala leben. Als die Spanier in Mittelamerika ankamen, war die Schrift der Maya die am weitesten entwickelte und vollständigste auf dem Kontinent. Die Maya-Kultur war besonders durch Stein, Keramik, Holz und Textilverarbeitung geprägt.

Die Geschichte der Maya

Forscher nehmen an, dass die Maya-Kultur sich in Belize erstmalig entwickelte und sich zunächst ins heutige Guatemala ausbreitete. Erst im 3. Jahrhundert v. Chr. bildete sich durch enormen Bevölkerungszuwachs auch eine Elite, die das Volk führte und in unterschiedliche Gesellschaften unterteilte. Die Pyramide Chichén Itza auf der Yucatán-Halbinsel, die erst im 7. Jahrhundert n. Chr. gebaut wurde, wurde zur Entstehung einer Zivilisation errichtet. Diverse Stadtstaaten bildeten sich und wurden von ihrem Herrscher und einem Verwalter geleitet. In dieser Zeit entstand zum Beispiel auch Uxmal.

Ab dem 9. Jahrhundert nahm die Bevölkerung der Maya wieder ab. Im 10. Jahrhundert wurde daraufhin keine neue Stadt mehr errichtet. Warum die Bevölkerung und damit schließlich auch die antike Maya-Kultur verschwand, ist bis heute nicht bekannt. Der wahrscheinlichste Erklärungsansatz ist jedoch ein Klimawandel, der zu einer Dürre führte und die Menschen verhungern ließ.
Im 12. Jahrhundert lebten die Maya nicht mehr in ihren Städten, und durch Wanderung vermischten sie sich mit weiteren Kulturen. Bis zur Eroberung der Spanier musste sich die Maya-Kultur nur leicht anderen Kulturen anpassen. Im 16. Jahrhundert unterwarfen sie sich jedoch vollständig den Spaniern. Erst im 18. Jahrhundert begannen Forscher, die Maya-Stätten auszugraben und vom Urwald zu befreien. Die Kultur stellt bis heute ein Geheimnis dar, weil viele Funde noch nicht gedeutet werden konnten.

Maya: Kultur und Religion

Die Religion spielte bei den Maya eine große Rolle. Sie teilten den Kosmos in Unterwelt, Erde und Himmel. Es gab mehrere Götter, die sie sich als tierähnliche Gestalten vorstellten. Opfergaben waren an der Tagesordnung, um die Götter zu besänftigen und sie am Leben zu erhalten. Die Opfergaben wurden zu den Pyramiden gebracht, die als Zeremoniestätten errichtet wurden. Es gab natürlich Rivalitäten unter den Städten, doch ein Sieg nach einem Krieg führte nie zur Vertreibung der Bewohner, sondern lediglich zur Opferung weiterer Gaben für die Götter. Wichtig waren der Anbau von Mais und der Handel zwischen den Städten. Sie waren bereits so weit entwickelt, dass sie mit einem detailliert ausgearbeiteten Bewässerungssystem den Feldanbau förderten.

Der Maya-Kalender

Die Maya glaubten an wiederkehrende Zyklen, die sie in einem Kalender festhielten. Daran waren dann auch Riten und Zeremonien gekoppelt. Maya-Priester mussten die Zyklen analysieren und verstehen. Dieses Wissen basierte vor allem auf der Astronomie. Viele erinnern sich wahrscheinlich noch an den 21. Dezember 2012, an dem „die Welt untergehen sollte“. Dies ist nur eine überzogene Interpretation des Maya-Kalenders. Es hieß lediglich, dass ein Zyklus ende, aber die Zeit weiterlaufe. Was man bisher sicher weiß, ist, dass der Maya-Kalender auf einem Zwanziger-System basiert und 20 Jahre einen Zyklus (katúnes) beschreiben, der bei uns ein Jahrhundert darstellt. Das Jahr hatte auch im Maya-Kalender bereits 365 Tage und hieß „Haab“. Es bestand aus 18 Monaten à 20 Tagen und einem Kurzmonat von 5 Tagen. Das Schaltjahr wurde in ihrem Kalender nicht berücksichtigt. Derzeit leben wir in der vierzehnten 400-Jahresperiode des Maya-Kalenders.

Maya-Stätten

Die Maya-Stätten verfügen alle über Stufenpyramiden, Paläste, Ballspielplätze und Observatorien. Zu unterschiedlichen Zeiten wurden sie jedoch verschieden gebaut. Auf der Karte könnt ihr die Lage der wichtigsten Maya-Stätten sehen und mit einem Klick auf den jeweiligen Stern weitere Details erfahren.

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