Im Interview: Reisearzt Dr. Schneckenburger

Dr. Schneckenburger TOUR VITALTOUR VITAL Reisemediziner Dr. Eberhard Schneckenburger hat sich im Interview unseren Fragen gestellt. Unser Reisearzt hat langjährige Erfahrung und einige interessante Geschichten zu erzählen.

1. Wie sind Sie dazu gekommen, Reisen als Mediziner zu begleiten?

Reisen war schon immer eines der Hobbies von mir und meiner Frau. Über eine Annonce bin ich gegen Ende meiner Berufstätigkeit auf TOUR VITAL gestoßen. Das Konzept dieser Reiseform hat mich gleich interessiert und die nachfolgenden genaueren Informationen haben mich neugierig gemacht auf diese Verbindung zwischen Reisen und Anforderungen in reisemedizinischer Hinsicht.

2. Seit wann begleiten Sie Reisen von TOUR VITAL?

Meine erste „Testreise“ habe ich 2009 nach Indien-Rajasthan unternommen. Nach dieser positiven Erfahrung war ich bis zum jetzigen Zeitpunkt jedes Jahr mit TOUR VITAL unterwegs.

3. Wie viele Reisen haben Sie schon mit TOUR VITAL gemacht?

In diesem vergangenen Zeitraum insgesamt 17 Reisen. 

4. Welche Länder haben Sie schon mit TOUR VITAL bereist?

Neben 5 Reisen nach Indien-Rajasthan habe ich Reisen begleitet nach Südindien, Nordindien, Marokko, Vietnam-Kambodscha-Laos, Iran, Thailand-Laos-Kambodscha, China-Vietnam, Peru-Bolivien, Tibet und China. Unsere Reiselust wird ergänzt durch Individualreisen auch in die ganze Welt und dazu noch in Europa mit dem Wohnmobil.

5. Welches war Ihre Lieblingsreise? Wo würden Sie nochmal dorthin reisen?

Indien ist nach wie vor mein Favorit, ein Land voller Kontraste und Buntheit. Interessant und nochmalige Besuche wert wären der Iran und Kuba, beides Länder mit derzeitigen interessanten politischen und sozialen Veränderungen.

6. Was war Ihr schönstes Erlebnis mit einer Gruppe?

Es gibt auf jeder Reise zahlreiche Momente, die jedem in Erinnerung bleiben werden: Sei es der Sonnenuntergang in der Wüste Thar (Rajasthan) auf dem Kamel, die Bootsfahrt auf dem Mekong vom goldenen Dreieck bis Luang Prabang, die Bootsfahrt auf dem Ganges bei Sonnenaufgang mit den Mantras unseres Reiseleiters aus der Brahmanen-Kaste, die Zeremonie im Tashilhunpokloster in Tibet, das gemeinsame „Bezwingen“ des Basislagers am Mount Everest zu Fuß, die Jeepfahrt auf dem Uyuni-Salzsee in Bolivien mit Picknick mitten auf dem See und viele Weitere…

7. Gab es auch ein verrücktes Ereignis während einer Reise?

Als verrückt würde ich die erlebten Ereignisse ja nicht bezeichnen, aber nachhaltig haben sie schon gewirkt: Auf ein und derselben Reise hat sich ein längeres Ehepaar endgültig getrennt, während zwei Alleinreisende zusammengefunden gefunden haben. Für mich persönlich gab es in der Altstadt von Chengdu die Möglichkeit zur völkerfreundschaftlichen Verbindung, nachdem ich von einem Geigenspieler das Instrument „ausgeliehen“ hatte und die anwesende Sängerin bei deutschen Volksliedern begleitete. Nach rapidem Anwachsen der Zuschauermenge und tosendem Beifall habe ich den Auftritt beendet.

Auf dem Flug von Frankfurt nach Peking mit Zwischenlandung in Hanoi musste ich nach zwei Stunden eine Zwischenlandung in Bukarest wegen eines Notfalls an Bord veranlassen (kein Passagier der Reisegruppe). Da sich die Ankunft in Hanoi dadurch um Stunden verzögerte, musste die Zwischenübernachtung ohne Einreisevisum in Hanoi organisiert werden. Das hat Dank der schnellen Zusammenarbeit von TOUR VITAL mit der örtlichen Reiseagentur perfekt funktioniert und meinerseits war ich um einige reiseorganisatorische Erfahrungen reicher geworden.

8. Wie bereiten Sie sich auf Ihre Reisen vor?

Ich mache mich in reisemedizinischen Handbüchern über das entsprechende Land kundig, was die medizinischen Besonderheiten anbelangt. Meine Reiseapotheke wird durchgesehen und auf aktuellen Stand gebracht. Ein bis zwei Wochen vor der Reise kontaktiere ich die Teilnehmer schriftlich und biete Beratung für eventuelle aufkommende Fragen an. Von TOUR VITAL wird uns ja zudem vor jeder Reise eine Liste mit Adressen von geeigneten Krankenhäusern und Apotheken zugeschickt.

9. Was haben Sie bei den Reisen auf jeden Fall immer dabei?

Natürlich mein medizinisches Equipment – zusätzlich haben sich bewährt ein Paketband, eine Schnur oder Wäscheleine und ausreichend Autan o.ä., auch für den allgemeinen Gebrauch! Ohne den Alkoholismus zu fördern und nicht aus medizinischer Überzeugung –aber aus eigener positiver Erfahrung –  empfehle ich auch vor allem in exotischen Ländern zur Vorbeugung gegen Magen-Darmaffektionen immer mal wieder eine gemeinschaftliche prophylaktische Whiskyrunde. Nicht zuletzt auch manchmal zur Verhinderung von auftretenden gruppendynamischen Entwicklungen!

10. Sind sie bereits in Pension oder praktizieren Sie weiterhin als Arzt?

Da ich während meiner Berufstätigkeit nie längeren Urlaub machen konnte, war es für mich willkommen, schon mit 61 Jahren in Rente gehen zu können. Unsere mehrmonatigen Australien- Neuseeland-Pazifikreisen ließen sich dadurch verwirklichen.

11. Bleiben Sie manchmal in Kontakt mit Gästen oder gibt es Reisende, die immer wieder mit Ihnen reisen?

Immer wieder ergeben sich nette Kontakte mit Mitreisenden, die mir von nachfolgenden Reisen berichten oder vor einer geplanten Reise um entsprechenden Rat fragen. Auch bin ich offen für Besuche bei mir zu Hause für eventuelle Durchreisende. Auch hatte ich schon Kunden, die mit mir ein zweites Mal unterwegs waren.

12. Haben Sie Tipps für unsere Gäste vor einer ärztlich begleiteten Reise?

Ich empfehle Mitreisenden in meinem Rundbrief immer, bei eventuellen gesundheitlichen Problemen ihren Hausarzt zu konsultieren. Auch stehe ich Ihnen vor der Reise gerne telefonisch oder per Mail zur Verfügung. Ich mache vor allem auch darauf aufmerksam, dass sie mich vor Abflug am Gate über das TOUR VITAL–Schild erkennen können. Ich empfehle auch immer, eventuelle Dauermedikamente nicht zu vergessen.

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Dr. Schneckenburger!

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