Drei Reisen mit Alfred: Costa Rica, Myanmar und Vietnam/Kambodscha

Lieber Alfred,

hätten wir uns auf anderem Wege kennenlernen können, als 2013 auf einer Myanmar-Reise mit TOUR VITAL? Wohl kaum. Denn Menden und München könnten genauso gut in unterschiedlichen Galaxien liegen, so wenig wussten wir früher über deine Heimat im – wie wir jetzt aus eigener Anschauung und Überzeugung wissen – schönen Sauerland. Sympathisch hätten wir uns vermutlich immer und überall gefunden, das scheint im MyanmarNachhinein betrachtet unvermeidlich. Aber in vielerlei Hinsicht war Myanmar perfekt für den Beginn unserer Freundschaft. Für dich war es schon die Ich-weiß-nicht-wievielte Reise mit TOUR VITAL; für uns war es das erste Mal, dass wir eine ärztlich begleitete Rundreise unternommen haben.

Natürlich hatten wir jede Menge Vorurteile im Gepäck und mussten uns im Vorfeld reichlich Spott von unseren Freunden anhören. Das Spukbild von einer Tour mit gebrechlichen Senioren, die jedes Restaurant mit Rollatoren verzieren und nur magenschonend essen wollen, machte die Runde. Heute ist klar: Sie wussten es ja nicht besser. Ganz im Gegenteil erwartete uns eine rundum nette Gruppe von weltweit erprobten Globetrottern, die nach einem Leben als Individualreisende – genau wie wir – die Last der Reiseorganisation in erfahrene Hände übergeben wollten, um sich ganz den Ferienfreuden zu widmen.

Alle drei hatten wir die Option in Anspruch genommen, während der Rundreise das Abendessen gleich vorab dazuzubuchen. Du aus Erfahrung, wir aus Unerfahrenheit. Unser erstes gemeinsames Bierchen in Yangon und das Abendessen waren quasi der Auftakt für ein nunmehr seit fast vier Jahren andauerndes Gespräch unter Freunden. Während Du und Franz die Männerthemen durchgeht, bin ich als seine Ehefrau für den Mädchenkram in unserer Runde zuständig – eine Konstellation, mit der wir schon viel Spaß hatten. Dich und mich verbindet zudem das Thema Fotografieren, alle drei sind wir für gutes Essen und einen Sundowner mit Aussicht zu begeistern, und natürlich eint uns die Liebe zum Reisen. Ein weiterer Glücksgriff dieser Reise: unsere Reiseleiterin, dank derer wir sehr vielfältige Erlebnisse hatten. Vom ersten Frühstück direkt nach der Ankunft in einer Garküche in Yangon, über einen Besuch im Altersheim bis hin zur einzigartigen Auswahl toller Restaurants hat sie uns nicht nur das geplante Programm, sondern auch einen tiefgreifenden Eindruck von Land & Leuten vermittelt.

Und so waren wir begeistert von diesem Rundumpaket: wunderschöne Landschaften, einzigartige Kulturschätze und dazu extrem herzliche, aufgeschlossene und gastfreundliche Menschen. Abwechslungsreich waren auch unsere Fortbewegungsmittel: wir sind mit Pferdekutschen und Ochsenkarren gefahren, waren per Schiff auf dem Irrawaddy und per Boot auf dem Inle-See unterwegs, sind durch Bagan dem Sonnenuntergang entgegen geradelt und über die U-Bein-Brücke spaziert, haben mit dem landestypischen Minibus die Hügel Mandalays erklommen und hatten das einzigartige Erlebnis einer Zugfahrt in der mittelweichen Klasse (inklusive Verzehr von gebratenen Heuschrecken). Es wäre also schon zu 99 % die perfekte Reise gewesen, würde man nicht als erfahrener Reisender immer noch etwas Besseres hinter der nächsten Ecke vermuten.

Und weil wir auch nach unserer Heimkehr immer im Kontakt geblieben sind (was bei Urlaubsbekanntschaften ja alles andere als selbstverständlich ist), uns besucht und gemeinsam neue Ziele unter die Lupe genommen haben, war es unvermeidlich, dass es für uns drei gleich im nächsten Jahr wieder mit TOUR VITAL Richtung Asien ging. 2014 standen also Vietnam & Kambodscha auf unserem Fernweh-Plan. Die Buchung war schon ein Spektakel für sich: Du in Menden, wir in München brauchen ein Einzel- und ein Doppelzimmer mit entsprechender Anreise nach Frankfurt, zwei Kunden-Nummern, zwei Buchungen, aber doch bitte alles zusammen in der gleichen Reisegruppe. Also war der konspirative Plan: zur gleichen Zeit anrufen und sich versichern, dass auch gewiss noch drei Plätze frei sind, obwohl man die jetzt ja nicht alle selbst bucht. Hat aber – wie bei TOUR VITAL eigentlich nicht anders zu erwarten – alles gut geklappt und endete bzw. begann dann einige Zeit später in Hanoi. Wo wir bei einem ersten Spaziergang zu dritt in einem etwas unprätentiösen Café unseren ersten Kaffee tranken, der so besonders gut schmeckte, dass umgehend ein zweiter folgen musste. Wir hatten also gleich vom Start weg Spaß zu dritt. Was bei der leider nicht so homogenen Reisegruppe auch gut war. Hatten wir unsTurtle Tower Hoan Kiem See im Vorjahr noch darüber gefreut, wie unaufgeregt und anregend unsere Mitreisenden von bereits besuchten Ländern und Urlaubserlebnissen erzählten, so lernten wir diesmal die Kehrseite der Medaille kennen: eine (leider auch noch ziemlich große) Truppe von Been-there-done-thats, die Reiseziele wie Trümpfe im Quartett ins Gespräch brachten. Laaaaaangweilig! Also machten wir uns einfach einen Spaß daraus, diese uns wenig sympathischen Zeitgenossen zum Denken anzuregen, indem wir Fragen nach unserer persönlichen Dreierkonstellation offen ließen und die Gerüchteküche schürten. Einige besonders dreiste Zeitgenossen präsentierten uns dann ihre gewagten Mutmaßungen, was uns diebische Freude bereitete.

Die Reise selbst war wiederum bestens organisiert (was ja wirklich nie langweilig wird), sehr schön und voller neuer Eindrücke. Auch wenn Vietnam und Kambodscha unser Herz nicht so gewinnen konnten wie Myanmar, waren wir doch froh, diese Länder zu besuchen. Einmalig schön fanden wir die Nacht in der Halong-Bucht auf einer Dschunke und die Tempel von Angkor Wat (deren Besuch aus Gründen, von denen gleich noch die Rede sein wird, besonders aufregend war). Beklemmend fanden wir das Tunnelsystem in Cu Chi und seine Geschichte, schön den Blick vom Wolkenpass und interessant die Besuche in verschiedenen Handwerksbetrieben. Ein unvergessliches Erlebnis war mit Sicherheit auch unsere Bootsfahrt im Mekong-Delta, bei der wir 3 durch den Dschungel gestakt wurden wie auf den Kanälen Venedigs. Aber absolut unvergesslich wird immer sein, wie Du in Angkor Wat verloren gingst. Die ganze Truppe wartet bereits am Ausgang und Alfred kommt und kommt nicht. Es machten sich unser Reiseleiter und begleitender Arzt auf den Weg, um Dich zu suchen. Erfolglos. Unser Reiseleiter informierte das Hotel über Deine evtl. bevorstehende Rückkehr und bat um Information, wenn dem so wäre. Die dann auch prompt kam, denn Du hattest ganz schlicht und ergreifend über einem schönen Fotomotiv den Anschluss verloren, die falsche „Ausfahrt“ genommen und Dich im weit verzweigten Wegesystem der Tempelanlage an einem anderen Ausgang wiedergefunden, als der, an dem die Gruppe stand. Aber dann – typisch Alfred eben – nicht lange gefackelt und einen jungen kambodschanischen Mopedfahrer angesprochen und ihn gebeten, Dich ins Hotel zu bringen. Das war sicher ein Bild für die Götter: Dein Kambodschanisch gerade abwesend, während sein Englisch momentan woanders unterwegs war, dazu erst mal ein kurzer Stopp an der nächsten Tankstelle, damit Ihr das Hotel überhaupt erreichen konntet – wir haben über Deine Schilderung sehr gelacht später, als Du wohlbehalten zurück
warst.

Also alles in allem waren auch Vietnam und Kambodscha eine Reise wert, auch wenn wir drei befunden haben, dass es irgendwo sicherlich noch schöner ist und es noch mehr für uns zu entdecken geben muss.

Nach 2 Jahren und 3 besuchten Ländern in Asien fiel die Wahl für 2015 dann auf Costa Rica, ein Ziel, das uns durch den TOUR VITAL-Katalog erst so richtig schmackhaft gemacht wurde. Auf der Suche nach einer abwechslungsreichen, „bunten“ Reise fanden wir das Tourprogramm so vielversprechend, dass wir uns wieder mal in das Abenteuer der zeitgleichen telefonischen Buchung begaben, was wiederum gut klappte und uns von Menden bzw. München über Madrid nach San José zu unserem ersten Bummel am Abend der Ankunft und damit unweigerlich zum ersten Kaffee der Reise führte.

Wiederum nahm uns eine Reiseleiterin in Empfang, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, ihren Gästen das Schöne und Besondere ihrer Heimat zu zeigen – die beste Voraussetzung für vielfältige Urlaubserlebnisse. Und die hatten wir, auch wenn das Wetter für unseren Geschmack manchmalSquirrel Monkey  fast ein bisschen zu bunt gemischt war. Regen, Nebel und dicke Wolken sorgten zwar dafür, dass sich einige der Naturschönheiten schüchtern bedeckt hielten, aber dennoch hat sich uns die Einzigartigkeit Costa Ricas präsentiert. Tiere sind zahlreich vorhanden – auch wenn sie für das ungeübte Auge nicht immer auf Anhieb sichtbar waren – und die Pflanzen in allen erdenklichen Grüntönen bilden einen üppigen Dschungel, den man an vielen Stellen von spektakulären Hängebrücken aus bestens betrachten kann. Nicht immer sind die größten Sehenswürdigkeiten tatsächlich groß, das zeigt der kleine rot-blaue Frosch, der selbst in einer Kinderhand noch winzig wäre. Gemütliche Faultiere, Affen aller Arten, Schlangen, riesige grüne Leguane, Tukane mit farbenfrohem Schnabel, bunte Papageien und noch viel mehr gab es zu entdecken, nachdem das Auge geschult war. Oder aber das Ohr, denn wer zum ersten Mal von einem Brüllaffen-Clan geweckt wird, muss das Geräusch erst einmal identifizieren lernen. Wieder einmal waren wir per Boot unterwegs und haben mit zahlreichen Wanderungen die Landschaft erkundet. Ein besonderes Highlight war mit Sicherheit der Besuch auf einer Kakaoplantage, wo wir Schokolade ganz neu und anders entdeckten, aber auch die Tour durch die Ananasfarm wirkt weiterhin nach, wenn wir hier beim Einkauf daran erinnern, worauf zu achten ist. Auch wenn die Vulkane sich von der scheuen Seite zeigten und kaum zu sehen waren, war auch diese Reise wieder ein voller Erfolg in Sachen gute Erinnerungen.

Das Fazit unserer bisherigen TOUR VITAL-Reisen muss also lauten: Erholung gesucht, Freundschaft mit bleibendem Eindruck gefunden! Und auch wenn wir jetzt gerade nicht das passende nächste Ziel gefunden haben, bin ich sicher, dass es nicht bei diesen 3 gemeinsamen Reisen bleiben wird.

Es muss ja nicht gleich wieder Myanmar sein (auch wenn das unser aller Herzensziel ist): Menden lockt schließlich mit der lokalen Spezialität des Krüstchens und TOUR VITAL hat noch viele von uns unentdeckte Reisen im Angebot! Wenn wir mal nicht mehr so fit sind, haben wir ja immerhin schon den passenden Veranstalter gefunden und können uns getrost auf die Ziele in der Nähe verlegen. Mit dir gehen wir sogar Wellnessen in der Lüneburger Heide, wenn’s sein muss.

Lieber Alfred, Du siehst wir sind reisemäßig weiterhin zu allen Schandtaten bereit und freuen uns schon auf das nächste Sundowner-Bierchen mit dir – wo auch immer! Fühl dich bis dahin 1 x doll umärmelt von Deinen Freunden

Maria & Franz

2 Kommentare

  1. Caroline Ruppel

    Ein wunderschöner Bericht mit viel Herz geschrieben.
    Es freut mich sehr, dass ihr so eine tolle Freundschaft auf eurer Reise finden konntet. Ich habe ebenfalls 3 Reisen mit Tour Vital gemacht und halte auch weiterhin Kontakt zu meinen Gruppen (whatsapp sei Dank).
    Herzliche Grüße, Caro

  2. Hallo Maria – das hast Du sehr nett geschrieben ??

Kommentare sind geschlossen