Mexiko-Reisebericht einer Ärztin auf den Spuren der Maya

Seit mehreren Jahren ist Dr. Brigitte Kneidl begleitende Ärztin von TOUR VITAL. Sie berichtet hier von ihrer Kleingruppenreise nach Mexiko im Januar. Viel Spaß beim Lesen!

Hola, que tal?

View from above the Sumidero Canyon - Chiapas, MexicoMein Name ist Brigitte Kneidl, ich bin Reiseärztin für TOUR VITAL und begleite seit einigen Jahren viele Reisen nach Indien und Asien. Im Januar 2017 betreute ich eine Gruppe auf ihrer Reise nach Mexiko. Es war eine Kleingruppenreise mit 11 Personen. Eine kleine Gruppe ist in sehr vielen Situationen von Vorteil. Zum Beispiel bei Besichtigungen oder beim Essen – außerdem lernen sich die Gäste viel schneller untereinander kennen.

Ich bin schon zwei Mal privat in Mexiko gewesen, deshalb glaubte ich zu wissen, was mich erwartet. Meine Erwartungen wurden aber übertroffen, ebenso eröffnete diese Reise mir neue Aspekte dieses interessanten und vielfältigen Landes. Ich freute mich auch sehr, mein Spanisch wieder etwas auffrischen und üben zu können.

Vom medizinischen Standpunkt aus hatten wir Glück. „Moctezumas Rache“ traf die Gruppe nur leicht. Es gab lediglich drei Fälle von Magenverstimmung und Übelkeit.

Mexiko-Reise mit Sonnenschutz und Fleecejacke

Scenic view at Basilica of Guadalupe with Mexico city skylineEs war zeitweise sehr heiß, Temperaturen über 30 Grad kommen sogar im Januar vor, und wegen der relativen Nähe zum Äquator ist die Sonne tagsüber oft stechend. Eine Kopfbedeckung ist daher ein Muss. In den höher gelegenen Städten über 2.000 Metern, wie Mexiko City, Puebla und San Cristobal ist es abends deutlich kühler, und in der Höhe und im Urwald kann es auch regnen. Eine Fleecejacke oder Strickweste und eine Regenjacke sollte man daher dabeihaben.

Unsere Reiseleiterin erzählte mit viel Hingabe und Begeisterung über Mexiko, dessen Probleme, Kultur und Geschichte. Über 3.000 Jahre Geschichte wurden uns somit ausführlich nahegebracht. Ich muss gestehen, dass ich manchmal den Faden verloren habe. So viele verschiedene Indioreiche, Herrscher, Könige, Eroberer, Freiheitskämpfer und europäische Mächte haben da mitgemischt. Ich empfehle daher, sich vorher schon etwas einzulesen, damit man Personen, historische Stätten und Ereignisse etwas besser zuordnen kann.

Die Hotels sind meist prächtige Kolonialbauten, aber auch mal ein ehemaliges Kloster. Sie umschließendsc02660 typischerweise einen Innenhof und bieten ein schönes, teilweise bezauberndes Ambiente. Solche Hotels liebe ich. Im Hotel Casa Conzatti in Oaxaca wohnte ich in einem Zimmer im Erdgeschoß mit einem Brunnen direkt vor der Terrassentüre, welcher vor sich hin plätscherte – es war ein Traum. In Puebla konnten wir von der Dachterrasse unseres Hotels sehr schöne Nachtaufnahmen der beleuchteten Kathedrale machen, und am Morgen sahen wir von dort gut den Popocatépetl. Da die Hotels sehr zentral liegen, kann man in der Freizeit oder abends gut – mit einem Stadtplan ausgerüstet – auf eigene Faust die Altstädte mit ihren Kirchen, Märkten, Geschäften und Cafés erkunden. Mexiko ist auch Heimat der Kakaopflanze. Deshalb sollte man es nicht versäumen, eine „chocolatl“ zu trinken. Für den europäischen Gaumen ist sie allerdings manchmal etwas zu süß. Ein schönes Lokal zum Abendessen zu finden, ist in den Altstädten kein Problem. Man hat die Qual der Wahl. Amüsant sind die Handtaschenständer in den Lokalen.

Amerikanisches Frühstück im Mexiko-Ambiente

Das Frühstück wird als „american style“ angeboten. Das heißt, es gibt Kaffee (meist gut trinkbar!), Toast, Obst und Saft (meist frisch gepresst). Zusätzlich kann man oft à la carte ein Eiergericht bestellen. Die mexikanische Küche kennt sehr viele Möglichkeiten, ein Omelett oder Spiegeleier zuzubereiten und zu servieren. Ein Urlaub reicht nicht aus, um alle zu probieren. Das Frühstück wird oft im Innenhof eingenommen. An schön gedeckten Tischen, umgeben von tropischen Pflanzen. Etwas seltsam mutet an, dass die Kellner aus Hygienegründen meist ein Haarnetz tragen.

Für Fotografen ist die Reise ein Traum: Motive ohne Ende, seien es die historischen Stätten der Mayas und Azteken, die Altstädte mit ihren Kirchen, Plätzen und Gebäuden, die farbenfrohen Märkte, die Vielfalt der Pflanzen und auch die Menschen (natürlich vorher fragen).

Weltkulturerbe zum Besteigen

Kukulkan Pyramid at Chichen ItzaDie Maya- und Aztekenstätten (mehrere UNESCO-Welterbestätten!) sind natürlich einmalig und sehr sehenswert. Die Sonnenpyramide (El Castillo) in Chichén Itzá darf nicht mehr bestiegen werden, aber viele Pyramiden und Tempel an anderen Stätten darf man besteigen. Das ist wegen der hohen und schmalen Stufen anstrengend, aber die Mühe wird stets mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Die Mexikaner habe ich als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Sobald ein Fußgänger nur daran denkt, die Straße zu überqueren, halten die Autos wie selbstverständlich an. Die Souvenirverkäufer sind nicht aufdringlich, wie es oft in asiatischen und arabischen Ländern der Fall ist. Die Polizisten sind sehr hilfsbereit und freuen sich über einige Worte Spanisch. Die Indios sind jedoch eher zurückhaltend und oft abweisend. In den Indiokirchen darf auch nicht fotografiert werden.

In Monte Alban habe ich mir einen kleinen Regengott aus Ton gekauft. Eigentlich nur, weil mir der Verkäufer leid tat: ein alter Mann, der langsamen Schrittes und gebückt durch die Anlage trippelte und seine Waren anbot. Nach Abschluss des Kaufes gab er mir die Hand und stellt sich vor: „Me llamo Miguel Fernandes“. Der kleine Regengott steht jetzt bei mir zu Hause über dem Kamin. Immer, wenn ich ihn anschaue, muss ich an den alten Verkäufer denken.

Natürlich bietet Mexiko noch viel mehr, was den Rahmen dieses Berichts sprengen würde. Zum Beispiel übermannshohe Kakteen, die kleinsten Hunde der Welt, Tequila bis zum Abwinken, Chilischoten aller Schärfegrade, Totenschädel aus Zucker, die meisten Reptilienarten etc… Finden Sie es selbst heraus!

medwt35045Nicht verschweigen möchte ich, dass die Rundreise keine Erholungsreise ist. Langes Busfahren und ausführliche Besichtigungen verlangen Ausdauer, Kondition und Kraft. Trotzdem waren alle Gäste begeistert und mit der Reise sehr zufrieden. Erholen konnte man sich im Strandhotel am Ende der Reise oder dann zu Hause, am besten in einer schönen bunten Hängematte aus Mexiko!

Vielleicht treffe ich Sie ja bei der nächsten Mexikoreise? Ich würde mich freuen!

Hasta luego

Brigitte Kneidl

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