Mit System: Die Cu Chi Tunnel in Vietnam

Die Tunnel von Cu Chi in Vietnam stellen ein ganzes System von Tunneln dar, das während des Vietnam-Krieges von 1960 bis 1975 von den vietnamesischen Partisanen, dem Vietcong, als Versteck vor den US-Amerikanern diente. Der Teil, den man heute besichtigen kann, liegt  ca. 70 km nordwestlich von Ho-Chi-Minh Stadt (Saigon).

Eingang Cu Chi Tunnel

Eingang Cu Chi Tunnel

Entstehung der Cu Chi Tunnel

Die ersten Tunnel entstanden nach dem zweiten Weltkrieg, als die Vietnamesen gegen die Franzosen kämpften. Sie versteckten dort nicht nur sich selbst und ihre Angehörigen, sondern auch Waffen und Lebensmittel. Nachdem Vietnam die Franzosen in ihrem eigenen Land besiegten, schickte die USA Truppen nach Cu Chi, wo sie ihr Hauptquartier über dem ihnen unbekannten Tunnelsystem der Vietcong errichtete. In den 60er-Jahren bauten die Partisanen das System deutlich aus, bis es über 200 km auf drei Ebenen waren. Auf der Fläche entstand so ein neuer Lebensraum, wo die Angehörigen der Vietcong Schulen, Büros, Schlafgelegenheiten und Lazarette einrichteten. Die Klapptüren, um die Tunnel von oben zu betreten, waren mit Vegetation getarnt, sodass sie nicht auffielen. Die Gänge waren zumeist nur 80 cm hoch und 60 cm breit. Kaum vorstellbar!

Die Cu Chi Tunnel im Vietnam-Krieg

Unterirdischer Raum

Unterirdischer Raum

Durch das Tunnelsystem war die Tet-Offensive, die einen Wendepunkt im Vietnam-Krieg darstellte, erst möglich, da schnell und gezielt angegriffen werden konnte. Der Vietcong führte einen Guerillakrieg gegen die Regierung und die verbündeten Amerikaner und nutzte besonders die versteckten Tunneleingänge. Die Amerikaner versuchten mehrfach, die Tunnel zu zerstören: mit Bombardierungen, Flutung und Giftgas; doch durch die schiere Größe des Systems gelang es Ihnen nie. Schwerer war es allerdings, Schlangen und Ratten im Tunnel auszuweichen.

Cu Chi Tunnel heute

Heute sind nicht mehr viele Gänge zu besichtigen, da sie verschüttet oder verfallen sind. In einem erhaltenen Teil errichtete man aber ein Museum zum Andenken an den Widerstand der Vietcong. Für Touristen wurden die Gänge ausgebaut, um sie besichtigen zu können. Bei einem Cu Chi TunnelBesuch sollte man im Hinterkopf behalten, wie kreativ und schlau damals die einfache Bevölkerung war,  sich mit dem Tunnelsystem dem Gegner entgegenzusetzen. Man bekommt definitiv einen Einblick in die vietnamesische Sicht der Krieger, wobei diese landesweit sehr variieren kann.

Besichtigung der Tunnel

Der Guide führt die Reisegruppe über einen Weg und erklärt, dass hier ein Tunneleingang sei. Der ist allerdings so gut getarnt, dass man ihn gar nicht erkennt. Man kann dadurch ein wenig die Verzweiflung der Amerikaner verstehen, die die Eingänge meist nicht fanden. Zudem sind die Eingänge so eng gewesen, dass ein stattlich gewachsener Amerikaner gar nicht hineinpasste. Beim Einsteigen in die Tunnel wird einem die Enge und vor allem die vorherrschende Hitze bewusst. Die Tunnel sind aber definitiv einen Besuch wert, alleine schon, um die Geschichte des Landes im Rahmen einer Vietnam-Reise besser zu verstehen.

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