Auf dem Dach der Welt (Teil 1)

TOURVITAL Reisender Horst war in Tibet unterwegs und berichtet in einem zweiteiligen Reisebericht von seinen Erfahrungen.

10 1/2 lange Stunden dauert der Flug und gefrühstückt wird über Peking. Mittags gegen 12:30 Uhr Ortszeit landen wir auf dem Flughafen Pudong. Mit der Magnetschwebebahn Maglev geht es dann in die Innenstadt. Chang heißt unser Reisebegleiter, er lässt sich aber auch gern mit Martin ansprechen, hat in Shanghai Germanistik studiert und wird uns bis morgen begleiten. Im Bus erhalten wir gleich erste Informationen, die mich in Erstaunen versetzen und diese Aufzählung von Superlativen wird sich an den nächsten Tagen und in anderen Städten fortsetzen.

Unsere Reisegruppe besteht aus 12 Personen. Wir schlendern am Bund entlang und schauen auf die eindrucksvolle Skyline von Pudong. Die andere Straßenseite wird von edlen und altehrwürdigen Gebäuden gesäumt. Wir gehen anschließend über die Haupteinkaufsstraße der Stadt, über die Nanjing Road.

Nach dem mäßigen Abendessen fahren wir zum „Golden Jade Hotel“ und checken ein. Später fahre ich mit Thomas noch einmal zum Bund und erfreue mich an den Lichterspielen auf der gegenüberliegenden Seite. Sämtliche Hochhäuser in Pudong erstrahlen in buntem Glanz. Der Taxifahrer hat uns wohl nicht recht verstanden und verlangt kein Geld für die Hinfahrt, dafür ist der Kollege auf der Rückfahrt umso dreister.

Nach dieser Aufregung gehen wir noch für einen kurzen Moment in ein benachbartes Lokal und trinken ein paar Flaschen Tsingtao, eine Flasche dieses leckeren Bieres kostet nur sechs CNY.
Um sieben Uhr wird gefrühstückt und um halb neun ist Abfahrt. Zunächst fahren wir zum Jade-Buddha-Tempel und sehen uns die Anlage an. Chang erklärt uns die Herkunft des aus einem Jadestück gemeißelten Buddhas, der leider nicht fotografiert werden darf, und macht uns mit den Lehren des Buddhismus vertraut. Dieser Glaube wurde über die Seidenstraße von Indien nach China transportiert. In einer angrenzenden Halle können wir Himmelswächter begutachten. Bauern kommen hier her und beten für eine gute Ernte.

Anschließend geht es zu einer Seidenfirma. Selbstverständlich erwerben wir das eine oder andere Produkt.

Zum Schluss marschieren wir noch durch Alt-Shanghai und besichtigen den Yu-Garten, das Prunkstück der Altstadt. Im Blickpunkt steht ein altes Teehaus, das schon von Königin Elisabeth II. und vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht wurde.
Geraume Zeit warten wir auf Ming, unseren neuen Begleiter.

Zu siebt gehen wir dann zu einem benachbarten Lokal und speisen und trinken vorzüglich. Sichuan ist bekannt für seine scharfen Gerichte und dem können wir uns nur anschließen, es hat wunderbar geschmeckt – und das unter freiem Himmel an einem gerade provisorisch aufgebauten Tisch.

Wieder einmal heißt es frühzeitig aufstehen, denn um sieben Uhr ist Frühstück angesagt, damit wir frühzeitig zur Panda-Aufzuchtstation fahren können. Zunächst sehen wir ein paar Pandas im Stall, dann, unsere Stimmung steigt, in der freien Natur, auf einem Baum, auf einem Gestell oder ganz einfach auf der Erde. Ein tolles Bild, das noch verstärkt wird, als wir ein paar kleine rote Pandas beobachten können. Unser Reiseleiter informiert uns über die Situation der Bären.

Nach einem guten Mittagessen, 12 verschiedene Gerichte plus Reis und Melone, halten wir uns dann ein paar Stunden im Volkspark auf, nicht in Hamburg, sondern in einem wunderbar angelegten Garten im Zentrum. Wir schlendern durch den Bonsaigarten, sehen uns andere botanische Gewächse an, beobachten die fetten Kois im Wasser und folgen dann der lauten Musik. Ein Rundgang durch die Altstadt schließt die heutige Rundfahrt ab.

Beim Heimgang sehen wir einigen Paaren zu, die auf offener Straße ihr Tanzbein schwingen.

Dann heißt es nur noch schnell ins Bett, denn morgen um 3:00 Uhr klingelt der Wecker – und der Flieger nach Lhasa wird unseretwegen nicht verspätet starten.

Ein herrlicher zweistündiger Flug liegt hinter uns. Berge mit Schneehauben, die in der Morgensonne leuchten, eine karge, unwirtliche Landschaft, wir können erahnen, was uns in Tibet erwartet. Die Ausreise aus Chengdu gestaltet sich als harmlos und als ich endlich nach Prüfung des Tibet-Permits auf der anderen Seite der Sicherheitsüberprüfung bin, fällt mir ein riesiger Fels von der Seele. TOURVITAL sei Dank, dass in dieser wirklich kurzen Zeit alles dafür getan wurde, um die Reise dennoch zu ermöglichen.
Zunächst fahren wir über den Fluss Yarlung-Tsangpo, der später durch Indien fließt und unter dem Namen Brahmaputra bekannter ist, dann geht es durch das Lhasa-Tal. Der erste Eindruck ist wunderbar, am Stadteingang stehen neue sechs Jahre alte Häuser. Aufgrund des wachsenden Tourismus müssen viele Einheimische die Altstadt verlassen und an den Stadtrand ziehen.

Wir wandern zum nahe gelegenen Jokhang-Kloster, der heiligsten Stätte des tibetischen Buddhismus, und sind begeistert. Viele Gläubige in Trachten sind unterwegs, beten, drehen die Gebetsmühle oder werfen sich zur Andacht auf den Boden. Wunderbare Häuser schmücken die Umgebung und Devotionalien aller Art sind erhältlich. Ein Sonnenkocher erweist sich als beliebtes Fotoobjekt.

Dann begeben wir uns auf unsere Zimmer, um morgen ein wenig fitter zu sein.
Nach dem Frühstück gehen wir zum Jokhang und besichtigen das wichtigste Pilgerziel Tibets, das Nationalheiligtum des Landes und Zentrum des tibetischen Buddhismus. Hunderte von Pilgern beten auf dem Vorplatz.

Wir schreiten durch die einzelnen Kapellen und bleiben dann inmitten einer gewaltigen Menschentraube vor dem Jobo-Shakyamuni stehen, der heiligsten Buddha-Statue Tibets. Ergriffen von dem Gesehenen fahren wir dann zum nicht minder interessanten Highlight dieser Reise, nämlich zum Potala.

Der Potala-Palast gilt als höchster Palast der Welt, seine Ursprünge datieren aus dem 7. Jahrhundert, jeder Dalai Lama hat ihn erweitern lassen. Die Anlage steht auf dem Marpori, dem Roten Berg, der sich 130 Meter über Lhasa erhebt.

Nach einem kleinen Abendessen geht es zurück ins Hotel. Hier wundere ich mich, dass neben meinem Bett ein Anschluss für Sauerstoff montiert ist – man kann nie wissen…

Hier geht’s zum Teil 2

Kommentare sind geschlossen.